Unemployed in Summertime

Unemployed in Summertime

Zwei Monate, hatte ich mir gegeben. Zwei Monate zum Start meines gesamten Neuorientierungsjahres, um Ideen zu sammeln, mich zu öffnen, inspirieren zu lassen von der Welt – und um zu genießen. Unemployed in Summertime!

Die Umsetzungsschere, die dann alles auf finanzielle und zeitliche Machbarkeit zurechtschneiden würde, blieb erstmal hübsch geschlossen in der Schublade.

Alles kann, nichts muss

2 Monate unendliche Freiheit im Kopf. Alles darf, nichts darf nicht. Ein Öffnen allen Themen gegenüber, die mich interessierten. So sollte es sein. Wunderbar.

Was wollte ich immer schon mal wissen? Welche Erwartung habe ich vom Leben? Was wollte ich immer schon mal tun –  gerade jetzt und später? Die Ideen schossen mir kreuz und quer durchs Hirn. Alles war möglich.

Von Bibliothekarin bis Bundeskanzlerin, von Schauspielerin bis Prinzessin – alles war beruflich wieder im Rennen. Wie würde es sich anfühlen, wie wäre mein Alltag, wie mein Arbeitstag? Alles wollte gedanklich anprobiert werden und kein „aber“ oder „müsste“ oder „sollte“ würde meine Gedankenspiele durchkreuzen. Sozusagen ein geistiger Schaufensterbummel – ohne Geldverlust und CO2-neutral. Fantastisch.

Danach erst wollte ich die berufliche Umsetzungsschere langsam ansetzen, den Sack zu machen und in die Konkretisierung kommen. So war mein Plan für den Start in mein Sabbatical (so habe ich es fortan genannt, damit andere es besser für sich einordnen können).

Unemployed in Summertime is nice

First Things First

Meine ersten Amtshandlungen als selbsternannte Ministerin für Arbeitsfreiheit waren dann:

  • Das Erstellen einer passenden Playlist mit dem Titel „Unemployed in Summertime“.
  • Ein dreiwöchiger Urlaub mit Familie und ohne jegliche Beschäftigung mit beruflichen Zukünften.
  • Die Einführung des doppelten Mittagschläfchens.

Prioritäten – so wichtig.

Und schließlich wollten ja neben der beruflichen Neuorientierung auch noch so viele andere Dinge bedacht und erledigt werden.

Finanzen, Wechseljahre und neue Care-Arbeit

Meine Finanzen beispielsweise: Der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank stand schon seit Ewigkeiten an. Strom, Gas, Lebensmittel, Konsum, Mobilität, Reisen – alles war schon nachhaltig ausgerichtet. Aber ausgerechnet mein Geld arbeitete weiter für Waffen, Kinderarbeit und Klimakiller? Damit sollte endlich Schluss sein – aus, vorbei, fini.

Und auch meine Altersvorsorge war defacto nicht vorhanden und würde unweigerlich zu einem unschönen Ende führen. Altersarmut ist weiblich – eine rosige Zukunft sieht anders aus. Inspiration und Information zum Vermögensaufbau gab’s bei der wunderbaren Madame Moneypenny Bewegung. Wirklich vorsorgen, musste ich dann allerdings selber – hilft ja nix.

Initial entzündet nach der Lektüre von Sheila de Liz‘ Buch „Woman on fire“ begann zudem mein unglaubliches Interesse an meinen Wechseljahren. Alles wollte ich darüber und über das Leben als Frau in der Lebensmitte wissen. Und mich endlich auch auf die Suche nach einer geeigneten ärztlichen Begleitung für diese und weitere Lebensphasen begeben.

Schließlich wollte ich mich auch noch um meine Eltern kümmern. Beide sind über 80 und kriegen ihr Leben allein nicht mehr geregelt. Mit mehr Zeit und Muße wollte ich mich auch mehr um ihre Bedürfnisse und Lebensqualität, ihre Finanzen und organisatorischen Angelegenheiten kümmern. Die nächste Phase weiblicher Care-Arbeit stand an.

Unemployed in Summertime

Eins meiner wichtigsten und gleichzeitig beglückendsten Ziele in meinem einjährigen Sabbatical aber war meine Weiterbildung zu all meinen Lieblingsthemen: New Work, Feminismus, Midlife, Nachhaltigkeit, …
Lebenslanges Lernen sollte kein Buzzword bleiben, sondern in die praktische Anwendung kommen. Und mich als Ganzes wollte ich auch noch besser kennenlernen. Wer bin ich und wenn ja, wieviele. Harhar.
Lesen stand dabei ganz oben auf meiner To Do Liste, ebenso wie Podcasts hören, Workshops und Weiterbildungen besuchen, verschiedene Formate ausprobieren und viele Leute treffen, um mit ihnen über ihre Berufe, Pläne und Lebensentwürfe zu sprechen.

Hier sind die Bücher, die ich in den letzten 2 Monaten gelesen habe oder gerade noch lese für euch zur Inspiration. Eine wilde Mischung aus Sachbüchern und Romanen. Und wie ich finde, auch eine supergute Urlaubslektüre 😎

  • Bernadine EvaristoMädchen, Frau, etc.
  • Imbolo MbueWie schön wir waren
  • Yaa Gysi Heimkehren
  • Markus FischerDie neue gewaltfreie Kommunikation
  • Frithjof BergmannNeue Arbeit, neue Kultur
  • Swantje Allmers, Michael Trautmann, Christoph MagnussenOn The Way To New Work
  • Naomi Ryland, Lisa JaspersStarting A Revolution
  • Daniel HahnemannSchnelles Denken, langsames Denken
  • Timothy FerrisDie 4-Stunden Woche
  • Frank BerzbachDie Kunst ein kreatives Leben zu führen
  • Alex SchulmanDie Überlebenden
  • Miriam SteinDie gereizte Frau
  • Caroline RosalesDas Leben keiner Frau
  • Amanda GormanThe Hill We Climb

Last but not least wollte der Sommer noch mit all seinen Annehmlichkeiten in vollen Zügen genossen werden! Es gab viel zu tun, also packte ich es an.

Was danach geschah, lest ihr in weiteren Artikeln. Vielen Dank für die werte Aufmerksamkeit bis hierhin.

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